Apfel und Vulkan

Auf der Suche nach dem was bleibt

Ein Film von Nathalie Oestreicher
81 Minuten, Deutsch/Schweizerdeutsch/Französisch, Schweiz, 2017

Gemeinsam begeben sich die Filmemacherin Nathalie und ihre Freundin Fabienne in die Welt der Erinnerungen und des Vergessens. Fabienne um sich aufs Sterben vorzubereiten, Nathalie um sich dem Leben zu stellen.

Fabienne ist schwer krank und hat nicht mehr viel Zeit. Sie stellt sich ihrem Schicksal ohne Tabus. Ihre grösste Sorge gilt ihren zwei kleinen Töchtern. Von ihrer Freundin Nathalie will sie erfahren, wie diese als Kind mit dem Tod des Vaters und des Bruders umgegangen ist. Sie will verstehen, was ihre Kinder bald erleben werden.

Nathalies Erinnerungen an ihren Vater sind zwiespältig. Als sie zehn war, starb er an einem Herzinfarkt. Der Bruder war ihr Held. Eines Tages verschwand er im Wald um nicht mehr wieder zu kommen. Nathalies Sicht auf ihre Kindheit hat sich zu einer Geschichte verfestigt. Diese Geschichte reicht nicht mehr aus, um Fabiennes Fragen zu beantworten.

Die beiden Freundinnen begeben sich auf eine Reise in die Welt der Erinnerungen und des Vergessens. Fabienne um sich aufs Sterben vorzubereiten, Nathalie um sich dem Leben zu stellen. Eine neue Geschichte entsteht, in der Fabienne für immer Spuren hinterlassen wird.

 

Trailer

 

Bilder

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Credits

Mit:

Fabienne Roth Duss (1975–2014)

Catherine Oestreicher Armand
Sophie Tummarello
Doris Rüttimann
Hannes Allmendinger
Philipp Oestreicher 1963–1992
Alfred Oestreicher 1939–1984
Beni, Paul, Louis Mosele
Elia, Julie, Nicolas Tummarello
Dorothy Northe
Andrea Ercolani
Jürg Lischer

Offstimme Deutsch: Susanne-Marie Wrage
Offstimme Französisch: Dagna Litzenberger Vinet

Crew:

Buch und Regie: Nathalie Oestreicher
Produktion: Stella Händler
Kamera: Séverine Barde, Milivoj Ivkovic
Direktton: Olivier JeanRichard
Schnitt: Loredana Cristelli
Musik: Beni Mosele
Geräusche: Peter Bräker
Sounddesign: Peter Bräker, Beni Mosele
Tonschnitt & Mischung: Hartmut Homolka
Mastering: Jacques Kieffer, Magnetix
Colorgrading: Hannes Rüttimann
Schnittassistenz: Rebecca Siegfried
Titelgrafik: Brigae Haelg
Illustration Filmplakat: Rahel Nicole Eisenring

Produktion:

freihändler Filmproduktion GmbH
in Koproduktion mit
Schweizer Radio und Fernsehen
Radio Télévision Suisse
SRG SSR

Mit Unterstützung von:

Fachausschuss Film und Medienkunst Basel-Stadt und Basellandschaft
Aargauer Kuratorium
Bundesamt für Kultur (EDI), Schweiz
Suisse Suissimage Kulturstiftung
Kanton Luzern
Ernst Göhner Stiftung
Succès Passage Antenne SRG SSR
Kanton Solothurn

 

Nathalie Oestreicher, Regie

Biografie


Nathalie Oestreicher CH/F wurde 1974 in Baden geboren.
 Nach der Volksschule folgten diverse Experimente und Wanderjahre: in Kindergärten, im Bereich Landwirtschaft, in der Schweiz, im südlichen Afrika und in Brasilien. Sie realisierte etliche Projekte im Bereich Film und Fotografie.

2000 bis 2002 absolvierte Nathalie Oestreicher den Vorkurs an der HGKZ (Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich) und das Studium an der HSLU (Hochschule Kunst & Deisgn, Luzern) Studienrichtung Video.

Nach Anstellungen im Bereich der Postproduktion und Vertrieb für Videokunst ist sie seit 2007 in unterschiedlichen Funktionen an der Hochschule Luzern – Design & Kunst in der Studienrichtung Video tätig.

Seit 2008 arbeitet Nathalie Oestreicher als freischaffende Filmemacherin.

Filmografie


2017
Apfel und Vulkan – auf der Suche nach dem was bleibt, documentary, 81 min
Visions du réel 2017

2014
Mama Africa , short documentary, 1 min
One Minute Film & Video Festival Aarau 2015

2009
When the Lord calls (Wenn der Herrgott ruft), TV documentary, 49 min

2008
Coeur Sensible, short documentary, 30 sec
1. Preis agent-provocateur.ch, Vienna Independent Shorts

2005
Homerun (Heimspiel), short documentary, 20 min
Solothurner Filmtage 2006, Images 06 Vevey, 11ème Biennale de l’Image en Mouvement 2005

2001
Weiter als Istanbul, experimental short
1. Preis Videowettbewerb, Johann Jacobs Museum, Zürich

Regiewort

Der Ausgangspunkt meines Films war die Auseinandersetzung mit dem Muttersein. Als ich Kinder bekam, habe ich mich am idealisierten Mutter- und damit Frauenbild gestört. Ich habe viel mit anderen Müttern darüber gesprochen, so auch mit meiner Freundin Fabienne. Sie hatte eine ganz selbstverständliche Haltung zum Muttersein und stellte sich keine Tausend Fragen wie ich. Das faszinierte mich.

Damals war Fabienne bereits an Brustkrebs erkrankt. Aber wir ahnten nicht, dass sie daran sterben würde. Für mich stand ausser Frage, dass sie eine tragende Protagonistin in meinem Film sein wird. Unsere Auseinandersetzung nahm eine existenzielle Dimension an, als sich herausstellte, dass Fabienne nicht mehr gesund werden würde. Fortan waren ihre Gedanken bei ihren Töchtern: Was würde sie ihnen hinterlassen? Wie würden die Mädchen mit diesem Verlust umgehen? Fabienne begann mich auszufragen, wie ich die Verluste meines Vaters als Kind und meines Bruders als Jugendliche erlebt hatte. Wie sich ihr Tod auf meine Leben ausgewirkt hat. Ich wollte Fabienne ehrliche, hilfreiche Antworten geben. Doch alles, was mir einfiel, klang für mich wie hundertmal gesagt. Es traf keinen Kern. Ich musste erst Antworten suchen: in mir, aber auch in meinem Umfeld.

Fabienne war dieser Film wichtig. Sie hatte etwas zu sagen, das sie über ihren eigenen Tod hinaus festhalten wollte. Gleichzeitig löste ihre Geschichte in mir ein starkes Echo aus. So wurde klar, dass unser Dialog Teil des Filmes werden musste. Wir spürten, dass unsere persönlichen Geschichten universelle Fragen berühren: Was bleibt von einem Menschen nach seinem Tod? Was bedeutet dessen Verschwinden für die Lebenden? Was wird erinnert? Was vergessen? Was wird im Angesicht des Todes wichtig? So kommt es, dass während des Entstehungsprozess’ dieses Filmes ein Apfel für mich an Bedeutung verlor und ein Vulkan nun mehr Raum einnimmt – kleine Dinge, die das grosse Ganze verändert haben.

Mit Fabienne ist es nur zu wenigen Drehtagen gekommen. Ich empfand diese Tage als grosses Privileg. Als ich nach dem Dreh mit den Filmaufnahmen nach Hause fuhr, hatte ich das Gefühl, ein grosses Geschenk in Händen zu halten. Und eine ebenso grosse Verantwortung. 
Der Film wurde für mich zur Notwendigkeit. Die nächsten Schritte ergaben sich in einer Logik, wie ich sie bisher nicht kannte. Auch wenn es immer wieder eine Herausforderung war, diesen Weg auch wirklich zu gehen. Was bleibt? Noch immer kann ich es nicht genau benennen. Aber ich weiss, was bleibt, verändert sich ständig und eröffnet damit neue Sichtweisen aufs Leben.

«Allez! On vit! A fond!» sagt Fabienne im Film. Dank Fabienne ist der Film über die Toten, das Sterben und die Erinnerung ein Film über das Leben geworden.

Nathalie Oestreicher, April 2017

 
 

Kontakt

Produzentin:

Stella Händler
freihändler Filmproduktion
Gärtnerstrasse 50
CH–4057 Basel
Switzerland
+41 61 631 45 05
mail(a)freihaendler.ch
www.freihaendler.ch

Regisseurin:

Nathalie Oestreicher
Kirchstrasse 15
CH–5712 Beinwil am See
Switzerland
nathalie(a)probierzimmer.ch
www.probierzimmer.ch

Facebook:

www.facebook.com/Apfel-und-Vulkan

Verleih Schweiz:

Pascal Trächslin
Cineworx gmbh
Clarastrasse 48
Postfach
CH–4005 Basel
Switzerland
T +41 61 261 63 70
F +41 61 261 63 77
www.cineworx.ch
info(a)cineworx.ch

 

Link:

Madame Tout-le-Monde ist eine Puppe die Fabienne Roth Duss kreiert hat, um den Austausch über Brustkrebs mit Kindern zu erleichtern
www.madame-tout-le-monde.ch

 
 
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